Tausend Gesichter

und wenn ich dann wieder an dich denke
so wie eigentlich immer nach einer
durchtanzten, vielgeküssten Nacht
und wenn ich dann den Kopf schwenke
bist du nicht da, du warst es nie doch nah
und fern ist unbedeutend für ein liebendes Herz
wie das meine doch scheine ich für dich nichts mehr
oder weniger zu sein,
das war nicht immer so, richtig?
wieso bin ich dir nicht mehr wichtig?
süchtig nach deinem Gedankensalat, gern auch versalzen, bin ich
warum ist das Jetzt so zerknittert?
gewiss, wenn ich geschlafen habe und der Morgen
nach Kaffee, Schweiß und fremden Socken riecht,
dann verkriecht sich still das Verlangen
bis zur nächsten Nacht, ich brauch nicht bangen:
dein Name ist mir ins Herz tätowiert
und alles was ich sehe ist dein Gesicht

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(Typischer) Sonntagmorgen

Gerade erst ins eigne Bett gefallen
Schon wieder aufgestanden unter Überdruck
Nichts mehr gewollt als aufzuprallen
Somebody told me: you must be great to fuck

Kaffee ist Leben, Kaffee ist Sucht
Was macht das noch für einen Unterschied
Ein Blick in den Spiegel, parallele Flucht
He smiled at me and asked what I seek

Den Kopf unter Wasser und wieder raus
Das nasse Haar bleibt ungekämmt
Gedanken wirbeln hin zum Elternhaus
Postcards from hell are not easy to send

(ent)kleidung

Der Weg zu dir
ist nicht versperrt
doch ist es so schwer
mich anzukleiden
und die Lippen rot zu malen

wenn ich dir
nackt
gegenübertreten dürfte
wäre alles einfacher

Der Eine und der Andere

Was der Eine mich zu hoch erhoben
hat der Andere mich zu tief getreten
Was der Eine mich verstanden
hat der Andere mich um den Verstand gebracht

Was der Eine mir schenken wollte
hat der Andere mir genommen
was ich dem Einen entrissen
habe ich dem Anderen als Opfer gebracht

Was der Eine mich zu sehr geliebt
hat der Andere mich zu wenig
Was ich den Einen zu wenig geliebt
habe ich den Anderen zu viel

Ein Gespräch

Dein Haar hängt dir
ins Gesicht
und deine Worte
verknoten sich darin

An jeder Haarspitze ein Buchstabe
Ich setze sie zusammen
und höre dich reden
wie es mir beliebt

Dein voller Mund
trifft meine Lippen
Deine schwarz gemalten Augen
enthüllen meinen Körper

Du schenkst Wein nach
und trinkst allein
Ich schmecke rot in deinen Küssen
und verschlucke meine Aphorismen

Erwachen

Das Fehlen
Deines Duftes
Einatmend

Ziehe ich mich nach innen
Stoße mich vom Außen ab

Winde ich mich
In tropischen Fantasien
An Dich
Verharre dort
Im Schlaraffenland der Begierde

Ausatmend
Entspannt sich Sehnsucht
Für kurze Zeit

Aufstehen

Deine Worte

Love is risk and life also.
So you decide.

Ich erhebe keinen Anspruch
auf Besitz
Noch trennt uns
die Freiheit
die uns vereint
Und wenn ich mich entscheiden muss
Bin ich lieber deine Hure
als deine Prinzessin