Oktober

Königsberger Klopse
mit einer ordentlichen Portion
Herbst.

Deine Augen sprechen nicht mehr
dein Kopf bettet sich auf
die Kissen deiner
toten Großmutter

und du schläfst ein.

Ruh dich nur aus!
Ich weiß wie sich das anfühlt.

Dieser Wunsch nach Heimat
der zu grün ist,
für den Oktober da draußen.

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Denn,

würden wir immer
dieselben sein,
was bliebe dann noch
von deinem und meinem Selbst?

Selbst wenn ich dich noch immer
in derselben Weise lieben würde
wie am Anfang
wo wären wir dann?

Was haben wir denn noch,
außer unserem Wachsen,
mit oder gegen unseren Strich?

Das wär’s

Abstand
nehmen

von Erwartungen
und Ängsten

und dann
drauf schauen
und nicht mehr wissen

warum Liebe
einem so schwer im Magen liegt

!

An der Enge der Tage
stoße ich mich
blaue Flecken
eingebrannte Ausrufezeichen
Im Kreis dreh‘ ich mich
wie ein Tier, dem der Auslauf fehlt

Die Freude

Im Drinnen
fand ich Freude

das wirkliche Wunder
dass alles wächst
vollkommen unfertig
vollkommen schön

im Drinnen fand ich
was mir des Draußens
süßer Duft versprach

Föhnwind

Es sind deine Sommersprossen
die geheimen
unter Make-up aus Großstadtstaub

Es sind deine glühenden Haare
die nach Sommer duften
umhüllt von Zigarettenrauch

Letztendlich
deine Wärme, die verweht

Im Fluss

Unten am Kanal
grüne Wege, glänzender Müll
in der Mittagssonne
Das Wasser fließt heute wie morgen
gleich gültig
Es ist gut, wie wir sind, sagst du
Hinter dir die bunten Häuserfronten
und in mir Berlin