Der Nebel

Ach, diese sommermüden Monate!
Die langen Nächte wühlen
Träume auf und lila Laken.

Ich sehne mich nach Dir!,

schreie ich leise
in das kühle Grau
der Großstadt.
Doch der Nebel verschluckt
Worte und Wünsche
und lässt den Weg zu Dir
verblassen,

wie Deine
letzten Zeilen Zärtlichkeit.

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Du schönes Leben

Dein offener Blick hat sich
in mein scheues Herz gebrannt
und Dein sanftes Lächeln
rankt nun durch meine Träume.

Was kann ich Dir sagen,
außer dies:
Du bist das schöne Leben
in meinem schönen Leben.

Ich singe deinen Namen
in mein Herz
nach jeder Note dieses Sommers

Herkunft

Unter den roten Spitzen
meines Herzens
nistet glitzerndes Empfinden.

Ebendort hat meine Herkunft
Heimat gefunden.

 

Der neue Tag

Der neue Tag
kämpft nicht

Er kennt keinen Besitz
Will nicht erbeuten
nichts verteidigen

Er streut Mohnblumensamen
in leuchtend weiße Haut

Die Krähe

Seit gestern
bedauere ich nichts mehr.
Die Stadt lag im Dunkeln
und alle Häuser verschlangen
ihre Fenster und Türen.

Ich hörte euer Empören
durch die Mauern.

Eine Krähe erzählte mir,
dass alles gut ist
und ich glaube ihr.

PS:

Emoticons
kann ich nicht leiden.

Sie machen jedes Wort
so unverbindlich.

Sie machen, dass
‚Ich liebe Dich.‘
unschreibbar wird.

Cohen

Als Cohen zu singen begann,
berührte deine Hand meinen Hals,
dort, am Hinterkopf,
wo meine hockgesteckten, roten Haare
langsam die Form verloren.

Als Cohen sang,
küsste dein Mund den meinen.
Zarter als ich es mir vorgestellt hatte
und leiser als ich es gewohnt war.

Als Cohen das letzte Lied anstimmte,
atmetest du tief in meinen Schoß,
bis seine rauchige Stimme ganz in mir verschwand.